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Roskilde Festival 1997
Ein zweites Woodstock ?

Roskilde Festival

© txt: gilbert jonas
© photo: hauke mauderer

Es hätte ein zweites werden können

Auf dem Roskilde Festivalgelände wird so schnell kein Gras mehr wachsen. Dauerregen und 90.000 Festivalbesucher verwandelten das Festivalgelände mit ihren fünf Hauptbühnen in eine Schlammwüste. Wie schon 1969 in Woodstock versank das dänische Roskilde Festival in einem Chaos aus Matsch und Pfützen. Und wie schon damals wurde das Festivalgelände zu einem Riesenspielplatz.

Lediglich der mit schwarzen Sonnenbrillen bekleidete "security-service" verweigerte die Selbstinitiative der Campingbesucher. Einfachster Regenschutz wurde von PKW's rüde durch die Ordner entfernt und untersagt. Das alles aufgrund von Feuerschutzbestimmungen!!!, wo die Leute teilweise froh waren, Zuflucht im und ums Auto gefunden zu haben. Nur die zur Hilfe geeilte Polizei konnte die Unbeherschtheit und Orientierungslosigkeit der Ordnergilde (in Gegenwart der Polizei natürlich ohne tragendenden Brillenschmuck) zurechtweisen.

Der Wetterumschung am Samstag ließ die Festivalbesucher aufatmen. Nun konnte es, zumindest trockenen Hauptes, mit der Riesenparty `97 losgehen. Massen strömten auf das Festivalgelände und versuchten sich - durch den völlig aufgeweichten Boden - an teuren Fast-Food-Stellen vorbei (48,- DKK bzw. DM 12,- für einen einfachen Burger), zu den fünf Musikbühnen durchzuschlagen.






Ein Event nach dem anderen zogen nun abertausende Musik- und Spaßhungrige in ihren Bann. 160 Bands sollte Tribut gezollt werden. So gab es bei "The Prodigy" ein Techno Fest der Extraklasse. Unüberhörbar auch den in einem Ganzkörperkondom gekleideten Ex "Talking Heads", David Byrne . Sein Song "road to nowhere" brachte das Publikum förmlich in Rage. Auch andere Festivalgrößen wie "Nick Cave & The Bad Seeds", "Republica", "Dicte", "John Fogerty", "Pretty Maids", "Ian Dury & The Blockheads", sorgten für eine ausgelassene Stimmung.

Nicht unerwähnt sollte auch eine Neuheit dieses Riesenspektakels sein :
"Roskilde Ballroom". In diesem 3.000 Besucher fassenden Zelt kamen Fangemeinden des spanischen Flamencos oder des afrikanischen Jazz auf ihre Kosten. Alles in Allem, trotz restriktiver Ordner, eine gelungene Schlammschlacht.

© txt: gilbert jonas
© photo: hauke mauderer

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